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Die meisten Spielbanken legen Wert auf Etikette, auf deren Einhaltung insbesondere traditionelle Häuser in Österreich, Frankreich und Deutschland achten. Auch die Gästeschaft der neuen Casinos in der Schweiz unterliegt beim Betreten in vielen Häusern einer Kleiderordnung.
Während in der Schweiz von starren Vorschriften abgesehen wird und die Gesamterscheinung der am Spiel teilnehmenden Personen in Augenschein genommen wird, sind viele der österreichischen und deutschen Spielbanken noch vorschriftsbezogen auf die einzelnen Kleidungsstücke, wie die Verpflichtung der Herren zum Tragen von Bundfaltenhosen, Sakkos, Krawatten oder Fliegen auf Hemdkragen, die Untersagung von Sport- und Arbeitsschuhen, sowie Kopfbedeckungen und die Unabdingbarkeit, Frauen in Jeans oder in zu sportlichem Outfit den Zutritt zu verwehren.
Dabei wird es den Gästen überlassen, die klassische Abendgarderobe dem sportlichen Dress vorzuziehen, so dass Modeerscheinungen wie Cargohosen und Leggings allenfalls in einigen Kurcasinos und in Spielsälen an den Küsten gebilligt werden. Verleiht doch die festliche Kleidung ihrer Gäste den alteingesessenen, traditionellen Spielbanken mit ihrem pompösen Ambiente dem Anlass zu Spielen die Seriosität, die mancherorts der Teilnahme am Glücksspiel abgesprochen wird.
Spielbanken üben seit jeher eine Faszination auf die Menschen aus, was nicht zuletzt auch auf die Äußerlichkeiten der Umgebung zurückzuführen ist, die die Gäste in eine Welt der Zerstreuung abseits alltäglicher Abläufe entrücken lassen soll.
Der Begriff „Casino” bezeichnet ursprünglich einen Vergnügungsort venezianischer Landleute. Schon immer war ein Spielcasino eine Verknüpfung von Vergnügen und Nützlichem. Die Institutionalisierung des Glücksspiels fand in Europa in den Bädern und Kurorten, auf Jahrmärkten, Messen und adligen Bällen und in den Großstädten statt.
Laut historischen Quellen fand bereits seit 1170 in Venedig das erste Glücksspiel unter freiem Himmel statt, besonders in Zeiten des venezianischen Karnevals. Die ersten konzessionierten Spielhäuser sind im 14./15. Jahrhundert in Holland und Flandern anzutreffen. Das erste deutsche Spielhaus findet sich 1396 in Frankfurt am Main. 1638 wurde die venezianische „Ridotto“ erster ausschließlicher Glücksspielort. 1720 wurde die erste Spielbank in den deutschen Ländern in Bad Ems gegründet. 1763 wird in Spa das „Redoute“ eröffnet, das sich in Kürze zu einer der größten Glückspielmetropolen entwickelt.
Mit der Französischen Revolution werden jedoch sämtliche Casinos geschlossen. Dadurch werden die deutschen Länder zum Zentrum der Glückspieler, insbesondere die Casinos in Aachen und Baden-Baden (1824). Im Jahre 1841 schaffen die Franzosen François Blanc und Louis Blanc mit der Gründung der Spielbank von Bad Homburg die Doppel-Zero ab, wodurch das Bad Homburger Casino zur erfolgreichsten Spielbank dieser Zeit wird. 1866 schreibt Dostojewski in Bad Homburg die beiden Romane „Der Spieler” und „Babuschka” Gräfin Sophie Kisseleff.
1863 übernahm François Blanc das Casino von Monte Carlo, das schließlich zur „Welthauptstadt des Luxus und des Glücksspiels“ wird. Diese Verschmelzung von Glücksspiel und Kunst und Entertainment wird rund 100 Jahre später zum Vorbild von Las Vegas. 1942 eröffnete in Las Vegas das erste Casino namens „El Rancho“. Nachdem die Casinos in Nevada zuerst fest in der Hand der Mafia waren, wich die Bandenwirtschaft in den 60er Jahren zunehmend dem Shareholdermanagement.
In Deutschland bestand von 1871 bis 1933 offiziell ein Glücksspielverbot.